Eine neue Reihe

Eine neue Reihe

Was mich inspiriert

Woche 1

Mit dem neuen Jahr starte ich für mich persönlich eine neue Reihe, sie heißt „Was mich inspiriert“. Mit ihr schaue ich am Ende jeder Woche zurück und reflektiere, was mir in den zurückliegenden Tagen Schönes, Interessantes, Irritierendes, Bewegendes begegnet ist und mich auf irgendeine Weise berührt hat.

Oft halte ich Momente, Dinge oder Stimmungen schnell mit der Handykamera fest. Das Handy als Notizbuch – ob in Schrift oder Bild – hilft mir enorm. Oft halte ich auch Farbkombinationen fest, obwohl das Bild häufig nichts mit dem Gesehenen gleich hat, weil allzu oft die Technik meint „optimieren“ zu müssen. Hin und wieder aber entstehen genau daraus, aus dieser automatischen Anpassung, spannende Effekte, die dann zwar auch nichts mit der Realität zu tun haben, aber durch ihre Entfremdung aufregend sind.

Natürlich gibt es auch Situationen, Gespräche und Begegnungen, die mich inspirieren, die sich aber nicht in Bildern festhalten lassen. Manchmal behalte ich sie einfach in Gedanken, manchmal notiere ich mir ein paar Worte dazu, damit sie nicht zu schnell dem Vergessen anheim fallen. Denn leider bin ich ein vergesslicher Mensch.

Ob ich es am Ende jeder der kommenden 52 Wochen schaffen werden, zu reflektieren, zu notieren und publizieren, weiß ich nicht. Aber darum geht es auch nicht. Es geht nicht um Zwang, sondern im besten Falle darum, eine Routine aufzubauen. Vor allem aber geht es um bewusste Momente, darum sich Zeit zu nehmen, innezuhalten. Das soll kein weiterer Punkt auf der ohnehin immer zu langen to-do-Liste sein, sondern eher eine Art der Selbstfürsorge.

Also geht es los.

Ein Garten als nächtliche Bühne

In die vergangene Woche fällt Silvester und die Silvesternacht. Schon ein paar Tage zuvor hatte es angefangen zu schneien und auch in der Silvesternacht schneite es. Hier auf der Insel gibt es nicht viel Feuerwerk. Auch gibt es bei uns keine Straßenlaternen. So war es still und dunkel nachts um zwölf. Als wir im Garten im Schnee standen, schien der Mond und tauchte die Landschaft, die Bäume, einfach alles in ein zauberhaftes Licht. Ich versuchte es mit dem Handy einzufangen. Klar, im Dunkeln zu fotografieren wird selten etwas, aber die Bilder haben mich doch überrascht, denn die Stimmung wirkt ganz anders, anders mystisch als es wirklich war. Beinahe sieht es wie eine Bühne aus mit künstlicher Beleuchtung, mit Licht vin hinten und von vorn. Ich mag das Bild.

Die Winkekatze an meiner Seite

In meinem Atelier auf der Fensterbank steht eine Winkekatze. Sie ist golden, komplett aus Kunststoff und winkt stoisch mit ihrem Arm, sobald ein wenig Licht auf ihre kleine Solarzelle fällt. Auf dem Rücken wird sie langsam silber, denn im Sommer scheint ihr die Sonne auf den Plastikpelz, so dass er langsam ausbleicht. Silberrücken, könnte man sie vielleicht auch bald nennen, denn ein paar Jahre hat sie nun auch schon auf dem Buckel.

Sie ist ein bisschen mein guter Freund, oder besser: meine gute Freundin. Mein ruhender Pol. Mehrfach habe ich sie fotografiert, gefilmt, noch nie aber gezeichnet. Nun als habe ich angefangen, ein paar Skizzen zu machen. Lustigerweise haben auch sie wenig mit der Realität zu tun – ebenso wenig wie die Bilder meine Handykamera, was ich ihr bekanntlich häufig vorwerfe.
Die Winkekatze wird mir ab jetzt häufiger Modell stehen müssen.

Schlangenbäume

Immer wieder fällt mir die schuppenartige Rinde alter Kiefern auf. Beim Neujahrsspaziergang am Meer kamen wir durch ein Stückchen Wald, wo einige Kiefern tapfer versuchten, sich gegen die Kargheit und den Wind zu behaupten. Dieses Exemplar fiel mir auf. Vor ein paar Jahren fotografiert ich ein besonderes Exemplar weiter südlich auf der Insel, an der Westküste bei Eksta. Die Rinde sieht aus wie die Haut eines Reptils, eines Schlangenkörpers, der sich windet.

Im Briefkasten

Pünktlich zum Jahreswechsel las ich den Newsletter einer amerikanischen Illustratorin, die ich sehr schätze, Kelcey Ervick. Sie schrieb über den Imperativ, den sie sich jedes Jahr setze. Kein Motto, keine guten Vorsätze, sondern ein Imperativ wie beispielsweise „Think big!“ Oder „Be mindful!“. Dieser Imperativ begleitet sie durch das Jahr, stärkt sie, gibt ihr Richtung. Beim Lesen kam mir „Kämpfe!“ in den Sinn. Ohne Nachzudenken sprang mir das Wort ins Bewusstsein. Eine klare Aufforderung. Nicht pathetisch, sondern mehr wie ein Tritt in den Hintern. So ist nun „Kämpfe!“ mein Imperativ für 2026. Mehr dazu, kannst du in meinem Blog-Artikel XX dazu lesen. 

Ganz schön viele Inspirationen gleich zu Beginn des Jahres, wie ich finde. Manchmal wird aus Inspirationen mehr, ein Bild vielleicht, eine Skizze, oder ein Text. Manchmal bleiben sie aber auch einfach als Gedanke oder Gefühl zurück, begleiten mich, verschwinden. Sie hier festzuhalten wird eine interessante Sammlung ergeben – vor allem mit dem Blick zurück am Jahresende.

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